7 Punkte woran du gute Nahrungsergänzungsmittel erkennst

Das Angebot an Nahrungsergänzungsmittel (NEM), auch Supplements genannt, ist kaum zu überblicken.

 

Einige sind sehr gut und erzielen bei richtigem Einsatz sehr gute Ergebnisse. Andere hingegen sind wirkungslos, enthalten nicht das, was angegeben ist oder können sogar schädlich sein. Dabei ist es oft gar nicht so leicht die tatsächliche Qualität der NEMs zu beurteilen, da sich die Hersteller sehr viel Mühe mit Marketing und Design geben um den Verkauf anzukurbeln.

Woran erkennt man ein gutes Nahrungsergänzungsmittel überhaupt?

 

Im Folgenden habe ich dir die wichtigsten Punkte zusammengefasst, um dir eine Orientierungshilfe im Supplementdschungel zu geben.

Die Kurzcheckliste:

  1. Herkunftsland

  2. Qualitätssiegel

  3. Preis

  4. Zusammensetzung

  5. Inhaltsstoffe

  6. Füllstoffe

  7. Zusatzstoffe

1. Das Herkunftsland deines Nahrungsergänzungsmittels

 

Ein erstes Indiz liefert das angegebene Herkunftsland auf der Verpackung des Supplements. Je strenger die Vorschriften für Sicherheits- und Qualitätsstandards sind, desto sicherer kannst du dir sein, dass entsprechende Richtlinien für Hygiene und Schadstoffkontrollen eingehalten wurden. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind dafür bekannt, dass sie sehr strenge Richtlinien haben. Bei Herstellern innerhalb der EU oder Staaten wie der USA gelten oft andere Regularien und Vorschriften, die oftmals andere Grenzwerte für Inhaltsstoffe und Schadstoffe vorschreiben. Diese Produkte können jedoch ohne weiteres in Deutschland vertrieben werden. Daher achte woher dein Nahrungsergänzungsmittel kommt und informiere dich über die Vorschriften.

2. Qualitätssiegel

 

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von nichtssagenden Siegeln, die nur den Sinn haben den Verbraucher in Sicherheit zu wiegen, jedoch keinen erkennbaren Nutzen haben. Überprüfe bei einem dir unbekannten Siegel was genau geprüft wurde und ob es eine wissenschaftliche Grundlage hat.

Aussagekräftige Siegel für die Herstellung sind DIN-Normen (z.B. DIN ISO 9001 oder ISO 22000:2005), das HACCP Siegel, GMP Zertifizierungen oder das TÜV Siegel. Hersteller, die mit diesen Siegeln ausgezeichnet sind, halten sich an strenge Vorschriften im Bereich der Produktion und dem sicheren Umgang mit Rohstoffen.

Des Weiteren kann man sich im Bereich der Inhaltstoffe auf aussagekräftige Biosiegel vertrauen, die einen Mindeststandard auf Basis der EG-Öko Verordnung garantieren. Diese Verordnung schreibt unter Anderem den Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel, das Verbot von Gentechnik, artgerechte Haltungsformen und einen reduzierten Einsatz von Zusatzstoffen vor.

3. Der Preis

 

Qualität hat ihren Preis, insbesondere wenn man natürliche Inhaltsstoffe von sehr guter Qualität haben möchte. Im Vergleich zu der weniger aufwendigen und günstigeren Herstellung im Chemielabor, werden Naturstoffe angepflanzt, gepflegt, sorgsam geerntet und schonend weiterverarbeitet – das hat seinen Preis.

Natürliche Präparate zum Discountpreis? – Nicht möglich! Wenn ein Produkt als natürlich beworben wird, jedoch sehr günstig ist, solltest du stutzig werden. Bedenke auch, dass wie bereits oben beschrieben Naturstoffe eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit haben und dadurch in höheren Mengen vom Körper aufgenommen werden. Man benötigt unabhängig von den gesundheitlichen Bedenken weniger von einem Naturstoffpräparat als von einem chemisch hergestellten, da diese besser vom Körper aufgenommen werden.

4. Die Zusammensetzung des Nahrungsergänzungsmittels

 

Achte darauf, dass dein Produkt eine Komplexmischung ist, also aus mehreren Inhaltsstoffen besteht, die sich gegenseitig in der Wirkung unterstützen.

 

Viele Supplement-Hersteller bieten einzelne Vitamine oder Mineralien an, sogenannte Monopräparate. In den wenigsten Fällen macht ein Monopräparat Sinn. Man kann sich hier an der Natur orientieren. Keine der Gemüse- oder Obstsorten besteht aus einem einzelnen Nährstoff. Es ist immer eine Bündelung unterschiedlicher Mikronährstoffe, beispielsweise Vitamine und Mineralstoffe und das hat seinen Sinn. Um einen bestimmten Stoff aufnehmen zu können, benötigt der Körper oftmals weitere Nährstoffe, die als sogenannte Hilfsstoffe bzw. Katalysatoren wirken. Um Eisen aufnehmen zu können benötigt man beispielsweise Vitamin C. Ist dieses nicht in ausreichender Menge vorhanden, wird auch Eisen nicht verwertet.

Daher achte immer darauf sinnvolle Kombipräparate zu kaufen und nur wenn es Sinn macht auf Monopräparate zurückzugreifen.

5. Die Inhaltsstoffe deines Supplements

 

Man unterscheidet zwischen natürlichen und chemischen bzw. synthetischen Inhaltstoffen, wobei die chemische Variante deutlich billiger in der Herstellung ist.

Empfehlenswert sind jedoch die Nahrungsergänzungsmittel aus natürlichen Quellen. Diese haben eine höhere sogenannte Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, dass der Körper sie deutlich besser aufnehmen und verwerten kann. Ausschließlich natürliche Nährstoffe liefern oft wichtige Co-Faktoren und Enzyme. Diese Zusatzstoffe gewährleisten eine deutlich höhere Absorption im Darm, wohingegen die chemischen Formen als körperfremde Substanz zum Großteil wieder ausgeschieden werden. Man benötigt also eine deutlich höhere Menge eines chemischen Stoffes im Vergleich zu den natürlichen Varianten.

 

Die künstlich hergestellten NEMs werden zwar von behördlicher Seite als unbedenklich eingestuft, jedoch gibt es die ersten Hinweise, dass sich feinste Kristalle im Körper und dem Gewebe ablagern können und so auf lange Sicht zu Schäden führen können. In manchen Fällen ist es jedoch fast unmöglich einen Stoff in seiner natürlichen Form zu erhalten bzw. wäre er dann nicht mehr bezahlbar. Dies ist nicht immer nachteilig, jedoch sollte man sehr genau prüfen ob es nicht doch eine natürliche Variante gibt.

 

Oft stolpert man über die Begriffe Pulver oder Extrakt, doch was aus hochwertigen Quellen gewonnen werden und auf Schadstoffe kontrolliert werden ist eigentlich der Unterschied? Pulver bedeutet, dass der Stoff, beispielsweise eine Knoblauchzehe getrocknet und dann zu feinem Pulver gemahlen wird. Bei einem Extrakt hat man eine deutlich höhere Dosierung des Wirkstoffes, da hier beispielsweise 10 Knoblauchzehen genommen werden und lediglich der Wirkstoff extrahiert wird.

6. Füllstoffe

 

Füllstoffe werden genutzt, wenn nach der Zusammenstellung aller wichtigen Inhaltstoffe noch Platz in der Kapsel übrig ist. Bis zu gewissen Mengen ist das auch in Ordnung, solange nicht der Großteil des Kapselinhalts aus Füllstoff besteht. Wichtig ist hierbei wieder, dass es ein natürlicher Stoff ist. Reiskleie oder Maisstärke sind gute Stoffe, vermeiden solltest du Mikrokristalline Cellulose.

7. Zusatzstoffe

 

Alles was dem Körper keinen Nutzen bringt, sollte auch nicht in deinem Produkt sein, also achte auf die enthaltenen Zusatzstoffe.

 

Zum Einen können sie die Wirkung der gesunden Inhaltstoffe schmälern, zum Anderen können sie deinen Körper auf lange Sicht schädigen. Häufig verwendete chemische Zusatzstoffe sind Magnesiumstearat (E470b Magnesiumsalz von Speisefettsäuren), Aspartam (E951), Sorbitol oder Sorbit (E420), Siliciumdioxid (E551), Talkum (E553b), Calciumsilicat (E552), Magnesiumsilicat, Magnesiumtrisilicat (E553a), Natriumaluminiumsilicat (E554), Kaliumaluminiumsilicate (E555).

 

Magnesiumstearat beispielsweise ist ein chemisch hergestellter Stoff, der die Produktion vereinfacht, indem es dafür sorgt, dass die abzufüllenden Zutaten gut durch die Abfüllmaschine rutschen und diese nicht verkleben. Es hilft also dem Hersteller Reinigungskosten zu sparen. Inwiefern es gesundheitlich unbedenklich ist oder der Gesundheit Schaden zufügen kann, ist bisher noch nicht ausreichend untersucht, es gibt jedoch erste Hinweise darauf, dass es sich auf lange Sicht im Körper ablagert. Farbstoffe wie Titanoxid und Eisenoxid werden lediglich zu optischen Zwecke eingesetzt und haben auch keine weitere Funktion im NEM.

Wo finde ich all diese Informationen?

Es genügt ein Blick auf die Rückseite des Etiketts.

 

Dort befinden sich die Inhaltsstofftabelle und die Zutatenliste. Der Unterschied ist, dass bei der Inhaltsstofftabelle lediglich die Wirkstoffe angegeben werden und auch nur die Stoffe, die mindestens 15% der Kapsel füllen. Daher lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste. Hier muss jeder einzelne Inhaltsstoff angegeben sein und die Quelle aus der er gewonnen wurde. Die Stoffe sind dem Gewicht nach absteigend sortiert. Wenn also beispielsweise der Füllstoff Reiskleie an erster Stelle steht, ist das der Stoff, der am meisten in deinem Produkt vorkommt. Leider hat die Zutatenliste keine Angabe über die tatsächlichen Mengen, die findet man lediglich in der Inhaltsstofftabelle. Benutzt man also beide Angaben bekommt man einen ganz guten Eindruck was in dem Produkt alles enthalten ist und ob die einzelnen Stoffe in ausreichenden Mengen vorhanden sind.

Quellen:

Verordnung für Nahrungsergänzungsmittel: http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html

Chowhan Z.T., HuaChi, L. (1986) “Drug-Excipient Interactions Resulting from Powder Mixing IV: Role of Lubricants and Their Effect on In Vitro Dissolution” in Journal of Pharmaceutical Sciences

Tebbey, P. W., Buttke, T. M. (1990): “Molecular basis for the immunosuppressive action of stearic acid on T cells” in Immunology

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